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Den Weg gemeinsam gehen...
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Vertrauen bilden und Neues ausprobieren...
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Wahre Harmonie erleben: Silke Vallentin, Parelli Instruktorin mit ihrem Biko

 

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Hier finden Sie eine kleine bunte Mischung aus Impressionen und Gedanken rund um das facettenreiche Thema Horsemanship. Es liegt mir persönlich am Herzen, weil es mir viele Anregungen für einen besseren vertrauensvollen Umgang mit Pferden gegeben hat.

 


Interview mit  Silke Vallentin

 

 

„Pferde lassen sich durch Einschüchterung nicht motivieren.“

 

Die Parelli-Instruktorin aus Bröhsen bei Leipzig berichtet über Erfahrungen aus ihren Hosemanship-Kursen und die harmonische Partnerschaft zwischen Mensch und Pferd.  

 

Frage:

In Ihren Kursen treffen Sie sehr unterschiedlichen Menschen. Neben jugendlichen Reitanfängern sind es häufig auch erwachsene, gut ausgebildete Reiter, die neue Wege gehen wollen. Gibt es typische Situationen und Probleme mit Pferden, für die diese Kursteilnehmer Antworten bei Ihnen suchen?

 

Die Motivation der Teilnehmer, um einen Kurs zu besuchen, ist unabhängig vom Alter oder der Ausbildung ähnlich. Das wichtigste Anliegen nahezu aller Kursteilnehmer ist der Wunsch, ihren Pferdepartner besser verstehen zu lernen und einer harmonischen Beziehung mit dem Pferd ein stückweit näher zu kommen. Einige Kursanten kommen auch mit ganz speziellen Problemen. Häufig können sie die Emotionen und Bewegungen des Pferdes nicht kontrollieren und haben Verladeprobleme.  

Die traurige Wahrheit ist doch, dass 80% der Pferdebesitzer ihre Pferde nach wenigen Jahren wieder verkaufen, weil sie mit den Reaktionen der Equiden nicht klarkommen.

 

Frage:

Woran erkennen Sie, dass Pferd und Reiter ein Beziehungsproblem haben?

 

Gewöhnlich fehlt den Betroffenen jegliche Kommunikation mit dem Pferd, und das Tier wird aus der Not heraus durch Einschüchterung und mechanische Hilfsmittel zur Gegenwehr gezwungen. Diese Missverständnisse führen dazu, dass den Pferden ihre so genannten Unarten vermittelt werden. In der Folge hat sowohl der Mensch als auch das Pferd ein Problem.

 

Frage:

Sie wollen in Ihren Kursen die Kommunikation mit dem Pferd fördern. Wo setzen Sie an, wenn die Chemie zwischen Pferd und Mensch nicht stimmt?

 

Voraussetzung für Kommunikation ist gegenseitige Aufmerksamkeit. Was kann ich also tun, um die Aufmerksamkeit des Pferdes zu erlangen und zu behalten. Von zentraler Bedeutung ist für den Menschen das Wissen über die vor ihm stehende Pferdepersönlichkeit. Er muss lernen, sein Pferd zu lesen, das heißt, seine Emotionen und Befindlichkeiten an der Körpersprache des Tieres zu erkennen. Die Analyse der Körpersprache des Pferdes versetzt ihn in die Lage, entsprechend zeitgleich und intuitiv zu reagieren. Hinzu sollten Kenntnisse über die unterschiedlichen Bedürfnisse verschiedener Pferdepersönlichkeiten kommen, um danach das individuelle Training auszurichten.

 

Frage:

Natural Horsemanship bedeutet für Sie, der Weg zur Partnerschaft mit dem Pferd.

Welche Lernschritte halten Sie für besonders wichtig?

 

Die Pferdekommunikation unterrichten wir in vier Kompetenzbereichen, die wir die vier Savvy’s nennen. Sie werden im Laufe der Ausbildung auf unterschiedlichem Niveau geschult. Begonnen wird am Boden, mit der Kommunikation an der Leine, es folgt das Spiel mit dem Pferd in Freiheit und das erste, so genannte Freestyle-Reiten. Der Schwerpunkt liegt hier auf der Schulung des zügelunabhängigen Reitersitzes, indem die Schüler lernen, das Pferd ohne Zügel zu kontrollieren und ihre Schenkelhilfen zu separieren. Schließlich folgt die Verfeinerung der Signale an das Pferd, wir nennen es Finesse-Reiten, mit feinen Hilfen auf dem Weg zur Versammlung.

Auf diese Weise wird zunächst einmal eine Basis für weiterführende Lektionen aufgebaut. Auf diesem stabilen Fundament ist später der Bandbreite der Entwicklungsmöglichkeiten keine Grenze mehr gesetzt. Vom Spin zum Cutting, von der Piaffe zum starken Trab, bis hin zu den Einerwechseln und lateralen Manövern wird alles möglich.

 

 Frage:

Auch das Natural Horsemanship setzt also eine große Lernbereitschaft voraus und ist kein Patentrezept für den schnellen Erfolg. Was sollten Pferdefreunde mitbringen, um den Traum von einer harmonischen Pferdepartnerschaft zu verwirklichen?

 

Das Erlernen von Natural Horsemanship setzt für mich die Bereitschaft voraus, sich ständig selbst weiter zu entwickeln. Wichtige und typische Eigenschaften erfolgreicher Pferdefreunde würde ich so formulieren: Sie bilden sich weiter und glauben nicht schon alles zu wissen. Sie sind offen für Alternativen und suchen nach Wegen, die Pferde gut finden. Sie versuchen selbst körperlich, psychisch und auch emotional fit zu werden. Denn Pferde können mit menschlichen Gefühlsausbrüchen nichts anfangen. Pferdefreunde vereinen Liebe, Sprache und Führungsqualität zu gleichen Teilen. Von größter Bedeutung sind für mich sowohl Geduld als auch Einfühlungsvermögen und die Gabe, die eigene Energie zu zentrieren und zu leiten.

 

Frage:

Wie zeigen Pferde, dass sie sich verstanden fühlen?

 

Die Pferde bekommen einen wachen Blick und einen vitaleren Ausdruck, wenn sie sich verstanden fühlen. Wir merken dann, dass sie selbst anfangen, aktiv mit uns zu kommunizieren, uns zu beobachten und uns zu fragen, was sie tun sollen. Durch das gegenseitige Verständnis verändert sich ganz allmählich die Einstellung des Pferdes weg vom Fluchttier und hin zum Partner des Menschen. Wir erkennen häufig, eine neue Motivation in unseren Pferden. Sie werden neugieriger und mutiger.

 

Frage:

Was möchten Sie Pferdefreunden auf dem Weg zum Natural Horseman besonders ans Herz legen?

 

Ich möchte betonen, dass man heutzutage nur erfolgreich sein kann, wenn man Herz und Verstand des Partners anspricht. Das gilt für Pferde genauso wie für Menschen.

Es muss uns klar sein, dass Harmonie nur ohne Zwang zu erreichen ist und Partnerschaft voraussetzt, dass beide Partner Rechte haben. Zusammenarbeit funktioniert nur ohne Angst, und insbesondere Pferde lassen sich nicht durch Einschüchterung motivieren.

In meinen 10 Jahren Berufserfahrung ist es das schönste Kurserlebnis und die ehrlichste Anerkennung, wenn ich das Glänzen in den Augen von Pferd und Mensch wieder aufflammen sehe.

 

 

 

Zur Person:

Silke Vallentin ist professionelle Pferdetrainerin und betreibt ein Natural Horsemanship Ausbildungszentrum in Bröhsen bei Leipzig.

Sie gehört als Drei-Sterne-Instruktor zum internationalen Trainer-Team des  Parelli Natural Horsemanship Konzepts (PNH) und reist seit über zehn Jahren durch Deutschland und England, um Pferdefreunden das Natural Horsemanship näher zu bringen. Jedes Jahr trifft sie in Florida ihreTrainerkollegen zum Erfahrungsaustausch. Sie tritt mit ihren Pferden und einem Show-Team auf der Natural Horsemanship Conference in Birmingham auf und war zuletzt im März 2011 im Show-Programm der Equitana in Essen zu sehen.

 

Weitere Infos und Terminkalender:

www.silkevallentin.de                    

 

 

Autor:

Ilse Schulte-Paul

  






 
"Don't make him do it - let him do it", Ray Hunt, Horseman USA

  Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Osteopathische Pferdetherapie e. V.,www.dgop.de

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